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Hier findest Du alles, was uns gerade wichtig ist. Dabei spiegeln nicht alle Texte die Meinung des kompletten Arbeitskreises wider, sondern gerade bei Texten mit AutorInnenkürzel kann es sich um persönliche Standpunkte handeln:

Presse: Ist »Bruno« umsonst gestorben?
WWF-Experte Homes über das bayerische »Bärenmanagement«

Volker Homes ist beim World Wildlife Fund (WWF) unter anderem für Europas Bären zuständig.

ND: Ein Dreivierteljahr nach der Erschießung des »Problembären« Bruno hat Bayern diese Woche den ersten Teil eines »Bärenmanagement-plans« vorgelegt. Was steht denn drin?
Volker Homes: Wir sind zunächst mal sehr froh darüber, dass es jetzt diesen Plan gibt, an dem wir als Artenschutzorganisation ebenso mitgearbeitet haben wie auch die Verbände der Naturnutzer, also z.B. der Bayerische Bauerverband. Der Plan soll vor allem verhindern, dass Bayern – wie eben im Sommer vorigen Jahres – vom Auftauchen eines Bären wieder völlig überrascht und in Hektik versetzt werden würde. Das könnte auch passieren, im Frühjahr werden sich in Südtirol mehrere Jungtiere von ihren Müttern trennen. In dem Papier sind unter anderem Regelungen enthalten, die für eine eine schnelle und unbürokratische Entschädigung für den Fall sorgen sollen, dass ein Bär tatsächlich ein Schaf reißt oder einen Bienenstock plündert.

Aber ein »Problembär« wie Bruno, der sich Siedlungen nähert und sich auch sonst »untypisch« verhält, wäre auch nach dem neuen Plan in Lebensgefahr?
Generell sind Bären in Deutschland streng geschüzt, und der nächste Bär, der sich nach Bayern verirrt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach weniger »problematisch« sein als Bruno. Allerdings dürfen solche Regelungen im Einzelfall außer Kraft gesetzt werden. Also: Ein zweiter Bär, der sich wie Bruno verhielte, dürfte »aus der Natur entfernt werden«. Wir drängen darauf, dass man ihn einfangen statt erschießen würde. Letztlich entscheidet aber allein das Bundesland Bayern anhand des konkreten Falls darüber.

Das jetzige Papier soll nur einen ersten Teil eines umfassenderen bayerischen »Bärenmanagements« darstellen. Was sollte aus Ihrer Sicht noch nachgetragen werden?
Es muss vor allem zu einem klaren Zielbekenntnis kommen: Auch Bayern will wieder zu einem Bärenland werden, wie sich zum Beispiel das Nachbarland Österreich bereits seit längerem sieht. Dort hat man ja Bären planmäßig ausgewildert und es gibt heute wieder eine wildlebende Braunbären-Population. Vielleicht brauchen wir auch eine Art Nationalstolz auf Bären. Es ist jedenfalls einigermaßen lächerlich, wenn ein reicher Staat wie die Bundesrepublik von den ärmeren Ländern Asiens und Afrikas einen Schutz ihrer Wild- und Raubtiere verlangt, aber selbst offenbar nicht in der Lage ist, seine heimischen Wildtiere zu schützen.

Ein solcher Bewussteinswandel kostet in der Regel eine ganze Menge Geld.
Das ist richtig. Nach dem Bärenplan soll auch die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden; es wird in dem Papier allerdings noch nicht über konkrete Dinge wie Budgets dafür gesprochen. Das muss natürlich nachgeholt werden.

Um Brunos Überreste wird noch immer politisch gestritten: Italien will ihn zurück, aber auch Bayern will ihn ausstopfen und in einem Museum ausstellen. Ist Bruno umsonst gestorben?
Sicher nicht. Ohne seinen sommerlichen Ausflug über die Grenze nach Deutschland hätten wir die ganze neuere Bären-Diskussion gar nicht gehabt. Und die hat ja klargemacht, dass es neben all den Ängsten, die oft auch auf Informationsdefiziten beruhen, in Deutschland wieder sehr viel Sympathie für Bären gibt. Die Tatsache, dass er von sich aus über die Grenze gekommen ist, spricht übrigens auch dafür, dass die natürlichen Bedingungen bei uns für Bären durchaus geeignet wären. Sie könnten bei uns leben, und das sollte ein Ziel für die Gesellschaft sein.
Fragen: Velten Schäfer
Neues Deutschland, 21.04.07


Literaturempfehlung zum Thema Antispeziesismus

Vor kurzem ist ein Heftprojekt erschienen, das wir Euch empfehlen möchten:

antispe_banner


Anti-Jagd-Demonstration gegen Hubertusmesse
So, 05.11.2006 16:00-21:00 Uhr - Frankfurt am Main

"Die TierrechtsInitiative Rhein-Main ist empört über die vom Katholischen Dompfarramt St. Bartholomäus am 5. November veranstaltete Hubertusmesse im Frankfurter Kaiserdom, da dort die Jagd und mit ihr die Minderheit von Menschen, die aus Lust am Töten einen Krieg mit den Tieren anzettelt, "gesegnet" werden soll. Es wird ein grausames, völlig unnötiges Gemetzel in deutschen Wäldern vom Frankfurter Kaiserdom gutgeheißen.

Wir fordern das Katholische Dompfarramt St. Bartholomäus und Dompfarrer Dr. Raban Tilmann auf, keine "Hubertus"-Gottesdienste zu gestalten, die zur nostalgischen Verklärung und Verschleierung von unendlichem Tierleid führt. Wir fordern dazu auf, die permanente "kirchliche Anerkennung" der Jagd zu revidieren.

Und das tun wir lautstark - wir haben eine Demonstration angemeldet und werden unsere Meinung am 5.11. kundtun. Ab 16 Uhr vor dem Kaiserdom in der Frankfurter Innenstadt. Zahlreiche Teilnahme erbeten! Mehr Informationen folgen in Kürze an dieser Stelle."

Quelle & weitere Details: TIRM


Problem „Bär“ oder Problem nicht verstanden?

Ist es auf einer Antijagdseite legitim, einen Jäger zu zitieren? Ich meine, in Ausnahmefällen schon, und dies ist so ein Fall, denn seit mehr als 170 Jahren hat kein Bär aus freien Stücken die Grenzen zu „unserem Land“ betreten. Der Jäger Bruno Hespeler schrieb schon 1995 in Vorwegnahme dieses möglichen Ereignisses:
„Welcher Politiker regt sich ernsthaft auf, wenn heute in Deutschland Gewalttäter zehn oder 20 Ausländer pro Jahr umbringen? Aber die Nachricht vom ersten vom Bär verletzten Mensch wird in die Medienlandschaft einschlagen wie eine Superbombe!“[1]
Nun, die „Superbombe“ gibt es auch ohne menschliche Verletzte. Das Individuum - „Bruno“, wie die Medien ihn einfallslos genannt haben, „der Problembär“[2] oder eher wissenschaftlich verbrämt entsprechend seiner Herkunft „JJ1“[3] – gehört ganz klar zur Kategorie „Raubtier“ oder „Beutegreifer“[4]. Und das, obwohl sich Braunbären zu über 60% pflanzlicher Nahrungsmittel bedienen und laut Studien nur hin und wieder auf Beutezug gehen, Schafe reißen, die letztendlich sowieso zum Verzehr gedacht waren. Nicht genug, dieser „Problembär JJ1“ reißt auf seinen Wanderungen die armen, hilflosen, weidenden Kreaturen nicht einfach aus Hunger, denn er frisst kaum einen Teil davon. Das ist nicht normal, sagen WWF, JägerInnen und Stoiber in einheitlichem Singsang, es handele sich eben um einen „Problembären“.
Doch während der dem Bären geneigte Jäger Hespeler auf die vielen wildernden Hunde aufmerksam macht, welche alljährlich so viel mehr Leid unter den Herdentieren anrichten, obwohl sie doch an Heim und Herd gefüttert werden, möchte ich hindeuten auf die, denen die problematische Eigenschaft des Tötens ohne Sinn auf den Leib geschneidert zu sein scheint: Den JägerInnen und all jenen, die den Bären tot sehen möchten. Liebe JägerInnen, leidet ihr Hunger oder jagt ihr den Bären aus Spaß? Wollt ihr uns beschützen, obwohl wir euch nicht darum gebeten haben? Hat das, was ihr täglich im Wald tut, wirklich auch nur im Entferntesten etwas mit Ökologie zu tun? Gehören „Problemmenschen“ eigentlich auch abgeschossen? Und mit wie vielen Bären hattet ihr denn schon Kontakt, dass ihr diesen als problematisch einschätzen dürftet?
Nachdem eure VorgängerInnen so langanhaltend geschafft hatten, „den Bären“ als Konkurrenten auszumerzen, ist doch über die Jahrzehnte ganz ins Hintertreffen geraten, die Menschen eindringlich vor der Gefährlichkeit von Braunbären zu warnen. Und so unterlief auch jüngst der Fauxpas[5], dass der Braunbär 2005 zum deutschen Tier des Jahres gekrönt wurde und heuchlerisch von der „Hoffnung auf seine Rückkehr“[6] die Rede war. Es konnte ja auch kein Mensch ahnen, dass in der Tat ein Jahr später so ein Problemfall Tiere reißt, die von manch einer oder einem als „unser deutsches Vieh“ bezeichnet werden.
Damit das deutlich wird: Ich finde die Vorstellung von gerissenen Ziegen und Schafen keineswegs schön oder gar wildromantisch. Aber ob wir als Menschen untereinander moralische Normen aushandeln oder einem Bären vorschreiben wollen, wie er zu leben habe, das sind zwei Paar Schuhe. Mehr als 300 Millionen Tiere werden in Deutschland[7] pro Jahr verspeist, über 5 Millionen Tiere erschossen, darunter auch mehrere Hunderttausend so genannte Haustiere, also Hunde und Katzen. Auch Menschen geraten vors Kaliber, schätzungsweise 3 bis 8 Tote sind im Jahr zu verzeichnen, über 800 Menschen[8] werden jährlich verletzt. Aber dem einzigen Übeltäter, mit dem wir in diesem Falle nicht gleichberechtigt über den Sinn und Unsinn des Tötens von Tieren kommunizieren können, der soll nach moralischen Standards von Menschen gerichtet werden, die diesen Standards nicht im Mindesten genügen?

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  1. Hespeler (1995): Raubwild heute, S. 84
  2. Edmund Stoiber bezeichnete den Bären als „Problembären“ (24.5.2006, Berliner Zeitung u.a.)
  3. „JJ1“ stammt nach Genanalysen aus dem italienischen Trentino und ist wie seine Mutter „Jurka„ und sein Bruder „JJ2“ „verhaltensgestört“, nachdem eine Verbrämungsaktion mit Knallkörpern und Gummigeschossen auf den Mutterbär missglückt ist. Die Jungbären hätten aus dieser Aktion gelernt, zwar Beute in menschlicher Nähe zu reißen, jedoch bei der für Bären typischen Rückkehr zur Beute bestraft zu werden.
  4. Systematisch gehören Bären zur Gruppe der „Beutegreifer“ (Carnivora), allerdings sind sie von ihrer Ernährungsphysiologie ausgesprochene Allesfresser.
  5. Patzer/Fehltritt
  6. mehr zum Tier des Jahres 2005 findet Ihr hier
  7. Dies ist eine geographische Anmerkung und keine politische Anerkennung des Staates!
  8. Zahlen aus Thomas Winter (2003): Jagd – Naturschutz oder Blutsport?

Animal Liberation Front auf "Trophäenjagd" im Saarland

AktivistInnen der Animal Liberation Front (ALF) führten am 26. Mai Direkte Aktionen gegen Jagdeinrichtungen im Landkreis St. Wendel durch. Laut einem im Internet veröffentlichten BekennerInnenschreiben wurden sieben, zum Teil luxuriös ausgestattete Jagdkanzeln zerstört.

Seit einem halben Jahr machen JagdgegnerInnen im Saarland wiederholt von sich reden. Zunächst wurden im November zwei Jagdeinrichtungen bei Saarbrücken zerstört, recht bald sechs weitere im Kreis Merzig-Wadern. Auch im März und im April zersägten AktivistInnen der ALF und der Tierbefreiungsfront fünf bzw. sechs Hochsitze im Raum Saarlouis und St.Wendel. Mit den Aktionen vom 26.Mai wurden nun innerhalb von sechs Monaten nicht weniger als 26 Hochsitze zu Fall gebracht.

Ausdrücklich verweisen AktivstInnen der ALF in einem Schreiben zur Aktion im März darauf, dass "die entsprechenden Ansitze und Kanzeln - in einem Maße zerstört sind - dass sie nicht mehr bestiegen werden können". Nicht das Leben von Jägern zu gefährden, sei das erklärte Ziel, sondern "ein blutiges "Treiben" zu verhindern".


25.03.2006, Erfurt: Protestkundgebung gegen die Messe "Reiten, Jagen, Fischen" - organisiert wurde die Kundgebung von der Gruppe "REFLEX"

Dazu gibts einen kurzen Bericht:

erfurt"Am 25.März protestierten in Erfurt auf
dem Messegelände,wo vom 24.bis zum 26.März die Messe "reiten,jagen,fischen" stattfand, ungefähr 25 TierrechtlerInnen und AntispeziesistInnen gegen diese Tier- und Umweltverachtende Messe, wo außer Reit-, Jagd-, und Angelartikelverkauf in der Jagd- und Anglerhalle auch Trophäen mit Gold-, Silber-, und Bronzemedaillen gekürt wurden. Auch wurden den Besuchern durch Hornbläser die Signale bei der Jagd erklärt.
Was auch unmöglich ist, daß auch Reisveranstalter Jagd und Fischereiurlaub, z.B.nach Kanada angepriesen haben.
Bei der Kundgebung wurden Flyer verteilt, Transparente entrollt und per Megaphon speziell über die Jagd und Anglermethoden und das Schmerzempfinden von Fischen erzählt.
Ein Jäger ließ sich auch dazu herab, mit den TierrechtlerInnen zu dikutieren, doch er war der Meinung, dass die Tiere und die Natur den Menschen zu weichen hätten, so dass mensch nicht weiter zu diskutieren brauchte.
Die meisten der Besucher, die überwiegend aus Jägern und Anglern bestanden, bewiesen ihre Intelligenz, indem sie den Demonstrierenden undefinierte Laute zuriefen." (zit. nach
http://aa-o.de)